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Eine Genossenschaft trägt zur Weiterentwicklung des Dorfs bei

Das Modell des genossenschaftlichen Wohnens ist vor allem in den Städten bekannt: In Zürich etwa ist mehr als jede vierte, in Biel fast jede sechste Wohnung eine Genossenschaftswohnung. Das hängt nicht nur mit der Geschichte der Wohnbaugenossenschaften zusammen, sondern auch mit den Bodenpreisen.
Wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, ist der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum hoch. Auch in ländlichen Regionen ist bisweilen die Gründung einer Genossenschaft das Rezept, um im Wohnungsmarkt einen etwas anderen Akzent zu setzen. So etwa in Almens.

Autorin: Rebecca Omoregie (Vizedirektorin von Wohnbaugenossenschaften Schweiz, dem Verband der gemeinnützigen Wohnbauträger)

Am nördlichen Dorfrand von Almens im Domleschg besitzt die Gemeinde eine knapp 3000 m² grosse Wiese – ideales Bauland. Anstelle einzelner Einfamilienhäuser, wie sie viele kleine Bündner Dörfer prägen, könnte hier doch ein gemeinschaftliches Wohnprojekt entstehen, sagte sich eine Gruppe von Dorfbewohnern.
Die kühne Idee stiess in der Gemeinde auf Anklang. Über hundert Interessierte aus der Region traten dem Verein Wogeno Viamala bei, aus dem Anfang 2017 die Wohnbaugenossenschaft Pumera hervorging.

Das Dorf weiterbauen
Eine Siedlung mit rund 20 Wohnungen soll auf der Parzelle entstehen, die nicht nur architektonisch und ökologisch höchsten Ansprüchen genügt. Die Genossenschaft verfolgt auch hohe soziale Ziele: So soll die künftige Bewohnerschaft sozial und altersmässig durchmischt sein, eine aktive Nachbarschaft leben sowie individuelle Wohnbedürfnisse mit den Erfordernissen einer nachhaltigen und suffizienten Lebensweise verbinden.
Mit der neuen Siedlung wird das 230-Seelen-Dorf auf einen Schlag um 40 neue Einwohnerinnen und Einwohner wachsen. Die Einbindung in das Dorfleben und das teilweise geschützte Dorfbild ist der jungen Genossenschaft deshalb ein grosses Anliegen. «Wir möchten kein Dorf im Dorf bauen, sondern das Dorf weiterbauen», so Genossenschaftspräsident Urs Chiara. Und Mitinitiant und Vorstandsmitglied Urs Meng ergänzt: «Wir möchten einen architektonischen, kulturellen und sozialen Beitrag leisten zur Weiterentwicklung des Dorfes.» Mit Gion A. Caminada aus Vrin konnte die Genossenschaft einen Architekten gewinnen, der sich mit solchen Herausforderungen bestens auskennt. Caminada vereint zeitgenössisches Bauen mit ortstypischen Gestaltungselementen und hat sich unter anderem einen Namen gemacht mit umsichtigen Orts- und Gestaltungsplanungen kleiner Berggemeinden.

Familien gesucht
Dass die Nachfrage nach neuen Wohnformen in der Region da ist, zeigt das Interesse an den geplanten Wohnungen: Über die Hälfte ist bereits reserviert. Die geplante Durchmischung hat die Genossenschaft allerdings noch nicht erreicht. Derzeit sucht sie Familien, welche in der neuen Siedlung leben möchten.

Noch gibt es politische Hürden
Die grösste Herausforderung steht dem Projekt aber noch bevor: Noch ist nicht entschieden, ob die Gemeinde das Land der Genossenschaft im Baurecht zur Verfügung stellen wird. Am 9. November muss die Gemeindeversammlung von Domleschg dem Gemeindevorstand die Kompetenz zur Landveräusserung übertragen.

Kühne Ideen in ländlicher Idylle: In Almens will die Wogeno Pumera ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für Alt und Jung verwirklichen.

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